Sage mir, Muse, die Taten der vielgewanderten Männer,
welche so weit geirrt, nach der heiligen A7 Zerstörung… Diese leicht abgewandelten ersten Zeilen des Epos von Homer zu Ehren des Odysseus beschreiben das erste Kapitel des lange geplanten und sehnlich erwarteten Südlandwochenende II anlässlich des Heimspiels der Halbgötter in Blau gegen die Werksmanschaft aus Golfsburg. Aber von vorne:
Nachdem “Der Ball ist rund” das Südlandshuttle für den Weg gen Bielefeld besorgt hatte und die Abfahrt unter Androhung von Strafe bei Verspätung auf drei Uhr taxiert wurde, stiess man um fünf Minuten vor 15:00 Uhr am Münchener Hauptbahnhof in den Asphalt. Doch nicht nur für den fahrbaren Untersatz war gesorgt: Neben obligatorischem Schal und Fahne war zudem noch ein Kasten Augustiner zu finden. Zu diesem wurde allerdings angemerkt, dass mindestens eine Flasche für den Fahrer zurück bleiben sollte. Naja, geschätzte fünf Stunden Fahrt und drei Trinker… das sollte wohl zu machen sein.
Also ab auf die Bahn! Erstes Mal Verkehrsfunk: Stau bei Allershausen, also nix Ungewöhnliches. Also weiter Faxe zuhören, wie Oberligaspiele aus den 70ern flüssig heruntergebetet werden. Zweites Mal Verkehrsfunk: Unfall auf der A7 bei Schweinfurt, aber das ist ja kein Problem, man kennt die Strecke schließlich auswendig und weiß, dass man auch die A73 zur Umfahrung nutzen kann. Superstimmung im Bus! Das Augustiner drückt auf die Blase, hat irgendwie alles ein bisschen was von Klassenfahrt. Viertes Mal Verkehrsfunk: Aus dem erwähnten Unfall auf der A7 sind 21 Kilometer Rückstau und eine Sperrung der Bahn geworden. Naja, wir haben immer noch viel Zeit. Also ab auf die A73, mittlerweile ist Faxe im Jahr 1978/79 angekommen und den beiden Toren von Norbert Eilenfeldt gegen die Bayern. Bevor man zu sentimental wurde, wechselte man schnell das Thema und kam auf einen gewissen Ayhan Tumani , bei dem die Erinnerung zwischen Halbgott und Mensch himmelweit auseinandergingen…. Möge sich jeder sein eigenes Urteil bilden!
Diese Schwärmereien brachten die Insassen dann doch über die größten Verkehrsprobleme weg, denn auf ein Mal hatte man freie Fahrt. Einziges Manko: Man fuhr in die falsche Richtung. Wir hatten ganz offensichtlich so engagiert diskutiert, dass man sich nun kanllhart Richtung Erfurt befand und folglich wenden musste. Auf der Fahrt einige Meter zurück tauchten dann auch tatsächlich Vierzehnheiligen und der Staffelberg wie Skylla und Charybdis auftauchten, um im oben angesprochenen Wortspiel zu bleiben. Jetzt einem romantischen Sonnenuntergang entgegen fahrend wurde der nächste Abtritt angesteuert, der einem Mitreisendem “für den Rest des Lebens” in Erinnerung bleiben soll (Rastanlage “Spitzberg”). Direkt hinter dem anschließenden Tunnel erwartete die Gruppe nun, was im Radio gesagt wurde. Nach einem schrecklichen Unfall ging hier gar nichts mehr. Das erklärte auch die Bitte des Radiomäuschens die Stelle weiträumig zu umfahren… vielleicht wäre Erfurt wirklich nicht schelcht gewesen. Da blieb dann auch die nächsten drei Stunden so, denn natürlich hatten alle Mitfahrer einhellig gesagt man bräuchte weder Karte noch Navi, da man die Strecke ja kannte.
Dann wurde es langweilig: Weder der neue James Bond (der geneigte Leser erkennt nun die Verbindung zum Titel), noch ein Tippspiel gegen die 11Freunde-Redaktion, das einen eindeutigen Gewinner kannte, noch die Verfolgung des Freitagsspiels der freundlichen Boxxumer vermochte da für rechte Aufheiterung zu sorgen.
So umkreiste man weiter das naheliegende Restaurant und weilte sich lang! Nachdem man dann auch noch durch die Freunde in Grün im Kreis geführt wurde, rief man dann doch noch weit entfernte Hilfskräfte an, die dann per Telefon über Vasbühl, Arnstein und Kissingen leiteten und so dann den letzten Abschnitt der Fahrt einläuteten.
Nun packte Dennis seine fahrerischen Qualitäten aus und man erreichte Bielefeld im Fluge. Dieses ist nach einer kleinen Ralleyvorführung durchs Musikerviertel durchaus so zu verstehen. Und so parkte man dann doch gegen viertel nach zwölf und somit fast 9 1/2 Stunden Fahrt vor dem Hotel, in dem man sich um acht zum gemeinsamen Pils verabredet hatte. Natürlich kein Mensch mehr da. Also den freundlichen Rezepzinist gefragt: “Guten Abend, könnten Sie eventuell bei Herrn Gxxxx oder Herrn Kxxx anrufen?”. So konnte tatsächlich Torte noch ausgemacht werden und so gab es doch noch ein Willkommensbierchen bevor man sich Richtung Bett aufmachte…
Übrigens: Selbstverständlich bekam der Fahrer seine zwei Flaschen Bier, die anscheinend auch am Abend noch Vorschriftsmäßig vernichtet wurden.